Die Rolle deiner Website in Zeiten von KI
In der Online-Welt da draußen ist gerade super viel los. Es geht um KI, um Sichtbarkeit, und sehr viele Leute reden davon, dass bald alles voller Avatare sein wird.
Da stellt sich in unserem Fall die Frage: Was ist eigentlich mit Websites? Brauche ich sie? Was soll ich optimieren?
Wir führen gerade sehr viele spannende Gespräche zum Thema - was eigentlich die Rolle von Websites heutzutage ist. Und: Wie du sie betrachten solltest, wenn du online sichtbar sein möchtest, Sachen verkaufst und grundsätzlich auch wieder ein bisschen das Gefühl der Kontrolle zurückhaben möchtest.
Denn wir sehen das gerade als echtes Problem, beziehungsweise als ein Gefühl, das sich bei vielen einschleicht:
“Mir entgleitet die Kontrolle. Ich weiß nicht, ob mein Content in Zukunft noch gesehen wird. Ich weiß nicht, ob meine Leistung oder meine Beratung noch einen Wert hat.”
Das sind alles absolut valide Gedanken. Aber zum Glück gibt es inzwischen ein paar Punkte, von denen wir überzeugt sind, dass eine Website genau dort ansetzen kann.
Drei davon möchten wir hier aufdröseln.
Das Wichtigste auf einen Blick
Vertrauen ist online gerade auf dem Sinkflug - und das verändert, wie Interessenten Kaufentscheidungen treffen. Eine gepflegte Website ist kein Nice-to-have, sondern ein echter Wettbewerbsvorteil.
Vertrauensanker: Interessenten recherchieren dich im Hintergrund, bevor sie sich melden. Deine Website ist der Ort, wo du alle Kredibilitätsmarker gebündelt und kontrolliert präsentieren kannst.
Narrativkontrolle: Deine Website ist die einzige Quelle, die du wirklich selbst in der Hand hast - und sie füttert, was KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity über dich sagen.
Tiefe Inhalte: Gerade bei hochpreisigen Angeboten wollen Interessenten wissen, wie du denkst. Wenige, tiefgründige Blogartikel sind dafür oft wertvoller als regelmäßiger, oberflächlicher Content.
Eine klare, widerspruchsfreie Positionierung ist die Grundlage für alles - für Vertrauen, für KI-Sichtbarkeit und für eine Website, die wirklich konvertiert.
Inhaltsverzeichnis:
#01 - Die Website als Vertrauensanker
Das Vertrauensthema war schon immer groß bei Websites und Online-Sichtbarkeit insgesamt. Man kann mit Testimonials arbeiten, mit allen möglichen Dingen - aber aktuell ist Vertrauen gerade auf einem echten Sinkflug.
Gefühlt ist jeder schon mal online irgendeinem Scam aufgesessen, hat Geld bezahlt, das nicht da gelandet ist, wo es sein sollte. Phishing, Spamnachrichten, gefakte Stimmen, die bei Leuten anrufen - online wird gefühlt alles ein bisschen gefährlicher.
Die Leute sind maximal verunsichert. Die Vertrauensrezession ist in vollem Gang.
Das bedeutet: Eine Website zu haben ist heute wichtiger als noch vor ein paar Jahren. Noch vor wenigen Jahren konnte man sehr gut damit fahren, einfach einen Checkout und irgendwo einen Social-Media-Kanal zu haben und die Leute dorthin zu schicken.
Aber wir sehen - auch bei unseren Kunden - dass der sogenannte Shadow Funnel immer größer wird. Also das, was Leute im Hintergrund alles recherchieren, ohne dass du es weißt.
Die gucken, wo du aufgetaucht bist, ob du bei Podcasts warst, wer dich gefeatured hat, ob es Presseerwähnungen gibt. Sie wollen ein Gefühl dafür bekommen, ob du jemand bist, den man mag, mit dem man gerne zusammenarbeitet.
Auf deiner Website kannst du einem vielleicht etwas zurückhaltenden Menschen in einer gebündelten und von dir ausgewählten Präsentation zeigen, dass du the real deal bist.
Du kannst alle externen Kredibilitätsmarker zusammenbringen - Presseerwähnungen, Kundenstimmen, Programme, Leistungen.
Und musst dem Interessenten nicht sagen: “Bei Google Reviews kannst du meine Bewertung sehen, und hier findest du die Presse.” Das - also bei anderen externen Quellen gucken - machen die Leute sowieso. Aber auf deiner Website kannst du ihnen zusätzlich einen direkten Weg geben und diesen Vertrauensanker sehr kontrolliert setzen.
Das ist ziemlich cool.
Und deswegen: Die Website als Vertrauensanker ist heute wichtig - selbst wenn die eigentliche Kundengewinnung und Aufmerksamkeitsarbeit ganz woanders stattfindet.
Besonders erwähnenswert: Das Impressum ist inzwischen bei vielen Websites zur meistbesuchten Seite geworden, weil alle wissen wollen, ob da wirklich jemand dahintersteckt. Klingt banal, aber es ist ein großes Ding. Wir haben dazu einen eigenen Artikel geschrieben, den du hier lesen kannst.
#02 - Du *steuerst* das Narrativ - auch für KI
Früher - also ganz früher - hatte man als Experte die eigene Reputation nicht so richtig in der Hand. Man musste an die Presse, zu Gatekeepern, zu Mittelsmännern.
Im Zuge der Creator Economy hat sich das aufgehoben - man braucht offiziell fast keine Gatekeeper mehr, um Inhalte ans Volk zu bringen.
Aber jetzt, in der KI-Ära, geht diese Kontrolle über das, was da draußen über einen gesagt wird, wieder ein bisschen in die andere Richtung.
Wir beschäftigen uns sehr viel mit KI in Bezug auf Websites. Was wir dabei immer wieder hören: KI-Sichtbarkeit - also GEO, generative Suchmaschinenoptimierung - hat oft viel mehr mit dem klassischen Reputationsmanagement von früher zu tun als nur mit SEO.
Die Frage ist: Wo tauche ich wie auf, und wie beeinflusse ich das?
Wir merken das auch direkt in der Praxis. Bei uns melden sich inzwischen Leute, die sagen: “Ihr habt das so und so formuliert, und genau so werden wir jetzt bei KI erwähnt - könnt ihr das nicht anpassen, damit es schöner klingt?” Das ist den Leuten wirklich ein Anliegen.
Und das Wichtigste, was du hier mitnehmen kannst: Deine Website ist die beste - wenn nicht sogar die wichtigste - Quelle für Nicht-Fake-News über dich selbst!
Bei Social Media kann ein Post gelöscht werden. Bei Presseinterviews kann die Wahrheit über dich verdreht werden.
Auf deiner eigenen Website hast du dein Narrativ wirklich in der Hand.
Und das füttert natürlich auch alles, was KI-seitig über dich verfügbar ist - welches LLM auch immer dahintersteht - die schauen natürlich auch, was deine Seite selbst sagt.
Das bedeutet: Schwammiges Geschwafel funktioniert nicht mehr. Die Leute haben keine Zeit, und die KI kann mit sich widersprechendem Zeug auch nicht umgehen. Es muss alles Hand und Fuß haben. Deswegen ist eine klare Positionierung - wem hilfst du genau, womit genau - einer der wichtigsten Punkte überhaupt, wenn du gerade an seiner Website arbeitest.
Das ist auch eine der Kernsachen, die wir bei Everyblue für unsere Kunden machen: Bevor wir überhaupt mit dem Design anfangen, steigen wir tief in die Positionierung ein. Wer bist du genau? Wem hilfst du genau? Was unterscheidet dich? Denn eine schön gestaltete Website, die das Narrativ nicht klar auf den Punkt bringt, verschenkt enormes Potenzial.
#03 - Tiefe Inhalte kommen zurück - und Blogs auch (aber anders)
Du hast wahrscheinlich schon gemerkt, dass gerade alles sehr in Richtung Video-Content geht. Alles sehr schnell, sehr scharf geschnitten, sehr VIEL - und demnächst kommt die Hälfte oder mehr davon auch noch von KI.
Aber wie bei allem gibt es auch hier Gegenbewegungen.
Man sieht zum Beispiel in den USA, dass Medien wie Substack - eine Mischung aus Newsletter und Social Media - die Leute langsam wieder dahin trainieren, dass es vielleicht doch erfrischend wäre, mal wieder längere Gedanken zu lesen. Sich mal wieder auf Texte einzulassen. Tiefer einzusteigen.
Wir sehen das auch direkt bei unseren Kunden: Wer hochpreisigere Angebote hat - also kein Impulskauf für 20 Euro, sondern etwas, das mehr kostet und mehr Überlegung braucht - dessen Interessenten kommen auf die Website und wollen nicht nur die fein polierte Über-mich-Seite sehen.
Die wollen gucken: Wie denkt diese Person? Was schreibt die?
Wir nennen das immer die “soften Beweise”. Nicht die harten Beweise wie Auszeichnungen und Testimonials, sondern das, was wispert. Sprich: Formulierungen zwischen den Zeilen, der Schreibstil, das Weltbild, das durchscheint. Das sind Sachen, die gerade eine kleine Renaissance erleben.
Und wo wäre das besser aufgehoben als auf einer Website? Bei E-Mails hat man irgendwann ein Limit. Substack ist ein Thema für sich. Auf deiner Website kannst du so tief gehen, wie du willst.
Es gibt außerdem sehr viele Leute, die (immer noch!!) lesen - das sollte man nicht unterschätzen.
Denk mal darüber nach: Es gibt sehr viele Gelegenheiten, wo kein Ton gespielt werden kann oder soll. Jemand liegt im Bett, hat keine Kopfhörer, darf niemanden wecken. Gelegenheiten, wo Menschen gerne lesen. Und Websites werden auch gerne mal im Bus oder Bahn angeguckt - oder wo auch immer die Leute sind.
Ein grundlegendes Arrangement an Blogposts - vielleicht auch nicht ganz so glatt gebürstet, nicht nur für SEO geschrieben - ist gerade tatsächlich sehr gefragt, weil es Websites wieder in eine persönlichere Richtung zieht.
Und das muss nicht ewig dauern. Man muss nicht zwei oder drei Posts pro Woche schreiben. Wenige, tiefgründige Artikel können sich über Jahre halten. Aber so lieferst du den Leuten, die den weiten Weg zu deiner Website gegangen sind, Inhalte, die nicht 08/15-Gerede sind, sondern etwas Echtes.
Etwas, das nur du kannst - und wodurch die Leute Vertrauen fassen.
Fazit
Websites sind ein bisschen wie E-Mail-Marketing - alle sagen immer, das ist out, und am Ende ist es mehr “in” und wichtiger als je zuvor.
Vertrauensanker. Narrativkontrolle. Tiefe Inhalte. Das sind drei Gründe, warum eine gepflegte Website in diesem Jahr mehr Bedeutung hat als viele denken - nicht trotz KI, sondern auch ihretwegen.
Wenn du gerade überlegst, was das für deine Website bedeutet, oder wenn du das Gefühl hast, dass deine Online-Präsenz nicht widerspiegelt, wer du wirklich bist und was du leistest - dann lass uns darüber reden. Hier unverbindliches Kennenlerngespräch buchen und dich beraten lassen 👋
FAQ
Brauche ich eine Website, wenn ich genug Kunden über LinkedIn und Co. bekomme?
Kurzfristig vielleicht nicht.
Aber der Shadow Funnel ist real - die meisten Interessenten googeln dich, bevor sie sich melden, auch wenn sie dich über LinkedIn (oder TikTok oder Youtube) gefunden haben.
Ohne Website gibst du ihnen keinen Ort, wo sie sich in Ruhe und auf ihre Art und Weise ein Bild von dir machen können.
Außerdem gehört LinkedIn dir nicht. Alle anderen Kanäle auch nicht. Die Plattform kann sich ändern, Reichweite kann wegbrechen. Eine Website (oder Email-Liste oder Podcastfeed) ist das Einzige, was wirklich dir gehört.
Was gehört unbedingt ins Impressum, um Vertrauen zu schaffen?
Das gesetzliche Minimum auf jeden Fall.
Aber du kannst noch mehr machen, gerade weil das Impressum inzwischen eine der meistbesuchten Seiten auf vielen Websites geworden ist. Wir haben dazu einen eigenen Artikel geschrieben, den du hier findest.
Fun Fact: Dazu haben schon einige Leute geschrieben, dass Kunden sie bei Gesprächen positiv darauf angesprochen haben.
Wie oft sollte ich neue Blogartikel veröffentlichen?
Weniger als du denkst. Zwei bis drei richtig gute, tiefgründige Artikel pro Jahr sind wertvoller als zwölf halbgare. Und besser als gar keine. Deswegen ist es oft besser, anzufangen (!!), als sich von Anfang an zu große Ziele zu setzen und regelmäßig zig Artikel bloggen zu wollen.
Qualität und Tiefe - also die “soften Beweise”, dass du wirklich in deiner Welt zu Hause bist - schlagen seelenlose KI-Quantität gerade deutlich.
Wie optimiere ich meine Website für KI-Suchen wie ChatGPT oder Perplexity?
Das ist im Grunde klassisches Reputationsmanagement, neu verpackt. Wichtig ist: eine klare, widerspruchsfreie Positionierung auf deiner Website - wer du bist, wem du hilfst, womit genau. KI-Systeme haben Schwierigkeiten mit schwammigen oder sich widersprechenden Aussagen.
Dazu kommen externe Erwähnungen auf anderen Seiten, Podcasts, Presseartikeln - je mehr kohärente Quellen dasselbe über dich sagen, desto besser.
Deine Website ist dabei die Basis, von der aus du das Narrativ steuerst. Wenn du wissen möchtest, wie das konkret für dich aussehen kann: Hier unverbindlichen Kennenlerncall buchen
Lohnt sich SEO noch, oder ist das durch KI-Suche überholt?
In vielen Branchen läuft klassische Suchmaschinenoptimierung immer noch sehr gut - das ist kein Auslaufmodell. Was sich verändert, ist die Art, wie Inhalte gefunden und konsumiert werden.
Wer jetzt beides im Blick hat - traditionelle Suchmaschinen und KI-Sichtbarkeit - ist deutlich besser aufgestellt als jemand, der auf einen einzigen Kanal setzt.
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